20. Juni 2004

Ordentliche Versammlung der Kirchgemeinde Gerzensee, Sonntag, 20. Juni 2004, 10.35 Uhr, im Kornhaus Gerzensee

  • Anwesend: Vorsitz: Kaiser Hans Martin
  • 25 stimmberechtigte Frauen und Männer
  • Protokoll: Zaugg Erna
  • Entschuldigungen: Tanner Vreni, Tanner Verena, Uebersax Ruth, Schneider Mechthild, Freiburghaus Marianne

Der Präsident begrüsst die Anwesenden zur heutigen Versammlung. Er stellt fest, dass die Publika-tion ordnungsgemäss erfolgte und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer stimmberechtigt sind.

Die Versammlung wählt den vom Präsidenten vorgeschlagenen Stimmenzähler Willy Schärer, Panoramaweg 1, einstimmig.

Es verlangt niemand das Verlesen oder Abändern der Traktandenliste.

Verhandlungen

1. Protokoll

Die Sekretärin verliest das Protokoll der Versammlung vom 16. November 2003.

Abstimmung: Dem Protokoll wird die Genehmigung erteilt.

2. Jahresrechnung 2003

Orientierung, Genehmigung

Die Kassierin informiert über den Abschluss 2003 und die Saldobilanz, welche alle Anwesenden erhielten und gibt Erläuterungen dazu ab. Die Rechnung schliesst bei Ausgaben von Fr. 206'975.15

und Einnahmen von Fr. 204'744.75 mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 2'230.40 ab. Der Voranschlag sah einen Ertragsüberschuss von Fr. 17'840.— vor. Das schlechtere Rechnungsergebnis resultiert infolge der massiv geringeren Steuereingänge. Diese sind vor allem der Umstellung von der 2-jährigen auf die einjährige Steuerveranlagung zuzuschreiben.

Die Aufwendungen der Jugendarbeit wurden infolge des negativen Rechnungsergebnisses aus dem Jordi-Legat bestritten. Das Legatvermögen beträgt Fr. 134'134.60. Der Kirchgemeinderat möchte die Höhe dieses Betrags möglichst erhalten. Er empfiehlt, den Aufwandüberschuss der Rechnung dem Eigenkapital zu entnehmen. Dieses beträgt Fr. 81'161.05.

Nelli Eggimann gibt Erklärungen zu den Konten ab, bei welchen Abweichungen von mehr als Fr. 500.— bestehen und erläutert die wichtigsten Geschäftsfälle gemäss Vorbericht der Rechnung.

Es gehen keine Fragen ein.

Der Rechnungsrevisor Andreas Dubler dankt der Kassierin für die korrekte und saubere Rechnungsführung und empfiehlt der Versammlung, den vorliegenden Abschluss zu genehmigen.

Der Präsident hält fest, dass das schlechte Ergebnis nicht ein Problem der Ausgaben, sondern der Einnahmen ist. Die Gründe dafür konnten nicht restlos eruiert werden. Vielleicht fielen die letzten Jahren etwas zu gut aus. Was die Steuern angeht, erhalten wir relativ wenig Informationen. Er hofft, dass diese grosse Abweichung gegenüber dem Voranschlag einmalig bleibt. Das schlechte Rechnungsergebnis bewog den Kirchgemeinderat, die Renovation der WC-Anlage aufzuschieben.

Meier Fritz erkundigt sich, ob der Rückgang der Kirchensteuern auch mit vermehrten Austritten zu tun habe. In letzter Zeit waren keine Austritte mehr zu verzeichnen.

Abstimmung: Die Rechnung 2003 wird einstimmig genehmigt. Hans Martin Kaiser dankt Nelli Eggimann und Andreas Dubler für ihren Einsatz.

3. Orientierung Zukunft Pfarrhaus

Als Einstieg zu diesem Thema zeigt Hans Schneider via Beamer auf der Leinwand einige wunderschöne Bilder des 1760 erbauten Pfarrhauses Gerzensee.

Der Präsident gibt bekannt, was bisher geschah:
  • 15.10.2002 Brief der Liegenschaftsverwaltung mit der Anfrage, ob die Kirchgemeinde Gerzensee das Pfarrhaus erwerben möchte
  • 22.11.2002 Antwort der Kirchgemeinde, dass nur Interesse an Parkplatz und Grundstück Kornhaus, nicht aber am Pfarrhaus bestehe
  • 28.11.2002 Motion im Grossen Rat: Verkauf von 98 Pfarrhäusern, Bestimmen eines tragbaren Übernahmepreises
  • 17.09.2003 Schriftliches Angebot (ohne Preisangabe) der Liegenschaftsverwaltung, basierend auf dem Ertragswert
  • 17.11.2003 Nach Diskussion im Kirchgemeinderat Mitteilung, dass kleines Interesse bestehe
  • 04.12.2003 Meldung der Liegenschaftsverwaltung, dass Schatzung in Auftrag gegeben wurde
  • 12.03.2004 Brief des Kantons mit Preisangabe und verschiedenen Auflagen und Bedingungen. Pfarrhaus, 11'000 m2 Land (inkl. 1 ha landwirtschaftlich genutzt, Areal Kornhaus, Parkplatz und Garten) kosten Fr. 515'000.--.
  • 27.04.2004 Information über die Angelegenheit und Anfrage an den Gemeinderat, ob Vertreter in Arbeitsgruppe mitmachen würde
  • 19.05.2004 Positive Antwort Gemeinderates, Alexander Glatthard stellt sich zur Verfügung. Bildung einer Arbeitsgruppe mit ihm, Hans Martin Kaiser, Hans Bienz und Kurt Wegmüller
  • Als erster Schritt beschloss die Arbeitsgruppe, bei Architekt Schweyer, Wichtrach, eine Zustandsanalyse erstellen zu lassen. Für die Entscheidung braucht es Zeit. Die Frist (31. Mai 2004) war in jedem Fall zu kurz.

Zusammenfassung der wichtigsten Überlegungen:

Das Pfarrhaus steht unter Denkmalschutz.

Die Pfarrhäuser braucht es zwingend nur solange die Residenzpflicht der Pfarrer noch gilt. Im Moment hat die Kirchgemeinde zwei Zimmer als Amtsräume gemietet.

Der Kirchgemeinderat meldete trotzdem Interesse an, weil wir das Kornhaus besitzen und dieses mit dem Pfarrhaus eine Einheit bildet. Zudem wird der gleiche Zugang benutzt und mit der gleichen Heizung geheizt. Auch der Parkplatz gehört dazu.

Sollte ein Pfarrhauskauf nicht möglich sein, möchte man versuchen, einen Teil der Parzelle zu erwerben.

Finanzierung und Tragbarkeit: Eigentlich übersteigt ein solches Projekt die Möglichkeiten unserer Kirchgemeinde und wir setzten uns einem beträchtlichen Risiko aus. Bei einem Eigenkapital von rund Fr. 80'000.— müssten wir uns bedeutend verschulden.

Mit dem Kauf einer alten Liegenschaft ist es noch nicht getan. Der Unterhalt bringt zusätzliche Kosten. Eine Zustands- und Nutzungsanalyse soll mehr Klarheit bringen.
Der Ausgang dieses Geschäfts ist im jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen.


Diskussion, Fragen


Willy Schärer fragt, was bei einer Ablehnung des Kaufangebots passiert und welche Auflagen der Kanton stellte. Erst nach einer (absehbaren) Aufhebung der gesetzlichen Residenzpflicht könnte der Kanton die Pfarrhäuser privat veräussern. Was die Auflagen betrifft, geht es vor allem um ein Rückkaufsrecht, ein Gewinnbeteilungsrecht bei Weiterverkauf, Bauverbot, etc. Diese Bedingungen müssen ebenfalls noch geprüft werden. Bestehende Verträge wären zu übernehmen.


Andreas Dubler möchte das Interesse wahren, doch muss das Projekt tragbar sein. Er vermutet, dass dies für die Kirchgemeinde allein ein zu grosser finanzieller Brocken wäre, möchte aber, dass das Pfarrhaus der Gemeinde erhalten bleibt. Er erklärt sich bereit, allenfalls in der Arbeitsgruppe mitzuwirken.

Hans Ulrich Schäfer wohnte 25 Jahre in dieser Liegenschaft. Neben der schönen Lage gab es auch viele negative Punkte, die das Wohnen im Pfarrhaus nicht immer einfach machten. Er bekundete Mühe mit der Tatsache, dass Pfarrer in so grossen Häusern wohnen und litt auch darunter. Die Macht der Kirche ist für ihn vorbei und solche Häuser erachtet er als Ausdruck der Macht. Die Kirche von heute muss dienen. Die Bausubstanz des Hauses ist sehr schlecht. Die Kirchgemeinde muss vom Kanton klar wissen, welche Arbeiten er vor einem Verkauf noch in Auftrag zu geben gedenke. Sonst müsste der Kaufpreis entsprechend gesenkt werden. Hans Ulrich Schäfer hält fest, dass die Unterhaltskosten hoch sind.

Hans Schneider fühlt sich persönlich befangen. Das Projekt muss weitsichtig angesehen werden.

Die Heizung ist ein Problem. Sie braucht sehr viel Öl und es ist trotzdem nicht warm. Die ganze Frage darf nicht von der Familie abhängig gemacht werden, die darin wohnt. Andere Nutzungen sind auch zu prüfen.

Elisabeth Milt empfand das Pfarrhaus noch nie als Machtgebäude. Die Vorstellung, dass das Pfarrhaus weg vom Pfarrer ist, erschreckt sie. Vielen Menschen ist es emotional wichtig. Wir können die Not nicht lindern, indem wir etwas preisgeben, was viele als wertvoll erachten.

Fritz Meier hält fest, dass das Haus besteht und wir es nicht abreissen können. Es ist wichtig, dass wir dafür sorgen, dass die Pfarrfamilie noch dort wohnen kann. Die Angelegenheit muss auf jeden Fall gut geprüft werden, auch finanziell (Möglichkeiten wie Anteilscheine, etc.). Seine Frage, ob man bei einem Kauf allenfalls das Pfarrhaus ausklammern und nur die andern Teile erwerben könnte, wird eher verneint und als schwierig erachtet.

Hans Bienz möchte wissen, ob die Kirchgemeindeversammlung einer Kontaktaufnahme mit der Gemeinde betreffend Finanzen positiv gegenüber steht, da das Geschäft für die Kirche allein zu gross ist. Mit den Einnahmen könnte man nur knapp die Zinsen bezahlen.

Eva Tschannen hält fest, dass auch wir Teil der Gemeinde sind.

Hans Ulrich Schäfer versteht Elisabeth Milt gut. Seiner Ansicht nach muss man jedoch klar sehen, dass die Kirche der Zukunft nicht vom Pfarrhaus abhängt. Er glaubt, dass die Löhne der Pfarrer eines Tages auch nicht mehr vom Staat bezahlt werden. Eine Zusammenarbeit mit andern Kirchgemeinden ist zwingend notwendig.

Für Hans Martin Kaiser ist die Frage, wohin die Kirche geht, wichtig.

Willy Schärer hält fest, dass die Pfarrhäuser vor der Reformation auch dem Staat gehörten.

Für Eva Tschannen bedeutet Not auch Druck. Notzustände bringen die Menschen zusammen. Man sollte gemeinsam Hand anlegen. Wir sind herausgefordert. Es gibt Leute, die über Kapazität verfügen, etwas zu tun. Nicht nur der Geldaspekt ist wichtig. Sie würde es als sinnvoll erachten, wenn man bei allen Kirchenmitgliedern eine Umfrage machen würde. Der Kirchgemeinderat nimmt diese Anregung auf und wird die Versammlung auf dem Laufenden halten.

4. Verschiedenes

Archiv

Vreni Tanner und Erna Zaugg haben das Archiv der Kirchgemeinde aufgeräumt. Der Präsident dankt den beiden Frauen für die grosse Arbeit, die sie eine Woche beschäftigte.

Frauenwandergruppe

Käthi Messerli fragt, ob die Gruppe 50+- mit der Kirche zusammenhange. Diese beruht auf privater Initiative. Der Anknüpfungspunkt ist auf ein Konfgespräch zurückzuführen. Elisabeth und Otto Richter riefen 50+-, welche keinerlei Zuschüsse der Kirche erhält, ins Leben. Seit einiger Zeit werden die Aktivitäten der Gruppe in Saemann und Anzeiger publiziert. Der Rat nimmt die Möglichkeit, auch die Anlässe der Wandergruppe Gerzensee-Kirchdorf in den beiden Zeitungen erscheinen zu lassen, als Anregung auf.

Friedhofumgestaltung

Andreas Dubler hörte, dass der Friedhof umgestaltet werden soll. Hat der Kirchgemeinderat Kenntnis davon? Die Gemeinde ist für den Friedhof zuständig. Der Präsident weiss nicht mehr als das, was er an der Gemeindversammlung vernahm. Er geht davon, dass nächstens Informationen seitens der Gemeinde eintreffen. Hans Schneider weiss von Diskussionen. Es sollen verschiedene Varianten geprüft werden. Die Angelegenheit ist noch hängig.

Hans Bienz hält fest, dass die Zusammenarbeit Gemeinde – Kirchgemeinde gut, diejenige Friedhof – Kirche jedoch schlecht ist. Der Informationen fliessen nicht optimal. Betreffend Gräberaufhebung werden die Betroffenen nächstens orientiert.

Saemann

Bekanntlich laufen die Gemeindeseiten seit Anfang 2004 unter einem neuen Konzept. In der Doppelnummer Juli/August benötigte die Kirchgemeinde Gerzensee mehr Platz. Aus diesem Grund musste der restliche Text am Schluss, auf Seite 7, angefügt werden.

Altersausflug

Am 16. Juni fand der diesjährige Altersausflug nach Solothurn und auf den Balmberg statt. Bilder der Reise sind unter www.gerzensee.ch abrufbar.

Käthi Messerli organisierte den Ausflug zum 8. Mal mit. Sie will die Organisation nun in andere Hände geben. Der Präsident dankt ihr herzlich für ihren Einsatz.

Schluss der Versammlung: 12.10 Uhr.

NAMENS DES KIRCHGEMEINDEVERSAMMLUNG

Der Präsident: Die Sekretärin:


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